Buchen

Schloss-Diorama im Theresienthaler Museumsschlösschen

Mit einem aufwendig gestalteten beleuchteten Diorama mit Zinnfiguren erinnert Dieter Rohr an das einstige Traumschloss im Wald der Freiherrn Poschinger von Frauenau.

Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellungen kann man das Diorama ab dem 20. Dezember bis Ende März 2019 besichtigen. 

In der dargestellten Szene kommen gerade vornehme Gäste in Kutschen und in den ersten Automobilen im Schlosshof an. Im Tanzsaal soll gefeiert werden. Der Schlosserbauer Georg Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau und sein älterer Bruder Eduard Ferdinand stellen den Gästen gerade das „Wolferl“ vor - ein ausgewachsener Wolf, den sich der Schlossherr als Hofhund hält.

Der erfolgreiche Glashüttenherr Georg Benedikt war 30 Jahre alt, als er im dichten Wald am Rachelhang sein bis heute unvergessenes Schloss im Prunkstil der Neurennaissance  - sein „bayerisches Neuschwanstein“ - errichten ließ. Selbst Könige waren Besucher im Schloss. Zehn Jahre lang, von 1875 bis 1884, dauerte der Bau des Edelsitzes, der nicht einmal 100 Jahre alt werden durfte. 1959 wurde das marode gewordene Schloss abgebrochen.
Die schöne Zeit im Schloss der Freiherrn fand ein jähes Ende, als 1945 die amerikanische Besatzungsmacht die Poschinger aus ihrem Anwesen vertrieb, und zwei Jahre lang darin wohnte und leider auch vandalierte.
Ab 1947 wurden die aus ihrem Heimatland Vertriebenen ins ruinierte Schloss einquartiert. Im Winter froren sie erbärmlich in den hohen Räumen, in welchen die Heizung nicht mehr funktionierte.

Die Poschinger von Frauenau waren von 1861 bis 1973 auch in Theresienthal erfolgreiche Glashüttenherrn. Michael Freiherr Poschinger jun. von Frauenau hatte 1863 Henriette Steigerwald geheiratet, deren Onkel Franz diese Glashütte im Jahr 1836 erbaut und zusammen mit seinem Bruder Wilhelm, dem Vater von Henriette, aufgebaut hatte. Ab 1973 hatte Max Gangkofner die Führung in Theresienthal vollständig übernommen und kurz darauf ein Musterzimmer im Schlösschen eröffnet, das heutige Museum.

Das Schloss-Diorama im Theresienthaler Museumsschlösschen wird nicht nur bei den Frauenauern viele Erinnerungen wecken.

Es kann im Rahmen der aktuellen Sonderausstellungen von Dieter Rohr und Andrea Simone Herzog  „Träumereien mit Spitzwegmotiven“ und „once upon a time … wie alles begann“ noch bis März 2019 besichtigt werden.

  • Geöffnet ist das Schlösschen von Montag bis Freitag, 10 bis 14 Uhr. Gruppen erhalten eigene Termine nach Vereinbarung unter Tel. 0 99 22 – 10 30.
  • Am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, ist zusätzlich von 14.00 bis 16.00 Uhr die Ausstellung zu sehen.

Museumsschlösschen Theresienthal
Theresienthal 15
94227 Zwiesel - Theresienthal
Telefon +49 (0)9922 / 1030
www.zwiesel.de