Buchen

Burgruine Dießenstein

Die Burganlage liegt auf einem steil zur Ilz abfallenden Felskegel - dem Dießenstein - in der Gemeinde Saldenburg, der sich vom übrigen Verlauf des Hanges entlang der Ilz nicht sonderlich abhebt.

Beschreibung

Vorgeschichte

  • Nach der Vertreibung der Römer und der Landnahme durch die Bajuwaren, geriet der Bayerische Wald relativ spät in das Blickfeld politischer Interessen. Vermutlich erst als die Besiedlung des böhmischen Beckens so weit fortgeschritten war, dass die alte Handelsstadt Passau dadurch wieder an Bedeutung gewann und Warenverkehr nötig wurde.
  • Der einfachste Handelsweg war der Wasserweg über Inn oder Donau. Es bot sich ein Weg über Vilshofen nach Prachatitz an, der die Erbauung der Burg Dießenstein geradezu erforderte, lag es doch einerseits auf der direkten, kürzesten Verbindung dazwischen und andererseits auch an der umstritten Ilzgrenze, in einem Bereich, dessen politische Zugehörigkeit zu Passau zumindest von bayerischer Seite zugunsten eigener Ansprüche bestritten wurde (so noch auf der Karte von Philipp Apian 1568). Eine eindeutige Grenzlinie zwischen Bayern und Böhmen existierte damals nicht.
  • Es verwundert daher nicht, dass auf der Linie von Vilshofen nach Dießenstein, verschiedene Burgen ohne genaues Gründungsdatum aufgereiht sind, die erstmals im 12. oder gar 14. Jahrhundert genannt werden. Darunter die Englburg die bereits im 11. Jahrhundert als Gründung der Herren von Hals bekannt ist. Sie besitzt dabei zwei achteckige Türme, die an den Bergfried von Dießenstein erinnern und für die Zeit typisch sind.
  • Dießenstein als Grenzstation, dürfte auf dieser Linie eine besondere Rolle gespielt haben und unter die frühesten Gründungen gehören. Dafür spricht neben dem achteckigen Turm und der exponierten Lage in Bayern auch die geringe Größe der Anlage, die bei der nahen Passauer Antwort, dem Schloss Fürsteneck um 1190, schon ein Vielfaches betrug. Umgekehrt wäre Dießenstein als Antwort auf Fürsteneck lächerlich gewesen.

Geschichte von Burg Dießenstein

  • 1347: Diese Burg wurde von Ritter Schweiker II. Tuschl von Söldenau zusammen mit vier weiteren Mitgliedern der Familie Tuschl erbaut oder auch wiederaufgebaut. Sie lag einen Büchsenschuss (laut Wenig 1726) von der Grenze zum ehemaligen Fürstbistum Passau entfernt auf einem hohen Felsen über der Ilz.
  • 1742: Die einst wehrhafte, auch im Antiquarium der Münchner Residenz dargestellte Burg, wurde im Österreichischen Erbfolgekrieg durch den Pandurenobersten Freiherrn von der Trenck zerstört.
  • Heute: Die Burgruine Dießenstein befindet sich in Privatbesitz und ist auf eigene Gefahr zu besichtigen.

Besonderheiten

Rückwärts zum Berg besteht ein Graben, der künstlich vertieft zu sein scheint. Das Areal auf der Kegelspitze des Dießensteins ist von bescheidenem Umfang, demgemäß war die Ausbreitung der Anlage von Anfang an begrenzt. In der Mitte des Plateaus stand der Bergfried.

Karte & Anreise

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