Buchen

Verschwundene Dörfer im Böhmerwald

Expeditionen - Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer im Böhmerwald. Der Böhmische Wald, der auf bayerischer Seite als Bayerischer Wald bezeichnet wird, ist als Landschaftsschutzgebiet bzw. Naturpark ausgewiesen. Dort finden Sie sonnenüberflutete Wiesen und dunkle Täler, felsige Bergkämme und von Bergbächen durchzogenes Weideland.

Doch düster waren die menschlichen Schicksale, die sich hier abspielten:

  • Infolge des 2. Weltkriegs musste die damals hier lebende deutsche Bevölkerung ihre Heimat verlassen.
  • 1945: Nach der Sperrgebietsverkündung, wurden alle von deutscher Seite einsehbaren Orte geschliffen, d. h. Häuser, Schulen, Schlösser und Kirchen wurden dem Erdboden gleich gemacht.
  • Nun bedecken Moos und Strauchwerk die Überreste von Dutzenden Dörfern, Weilern, Einöden und Industriebetrieben. Mauerreste und Friedhöfe erinnern an die Ortschaften, die einst hier auf heute böhmischer Seite standen.

Das ehemalige Grafenried (Lucina)

  • ist eine dieser Ortschaften. Das Dorf stand an einer kleinen Anhöhe in der Nähe der deutschen Grenze (heute Grenzübergang Untergrafenried) westlich von Wassersuppen (Nemanice).
  • Nach Grafenried waren auch die Ortschaften Anger (Upor), Seeg (Pila) und Haselbach (Liskova) eingemeindet. Es lebten dort ca. 800 Leute.
  • nach dem Ende des 2. Weltkrieges: Die deutsche Bevölkerung wurde aus dem Grenzgebiet abgeschoben und das Dorf zerstört. Die Grafenrieder Kirche "St. Georg" stand noch bis in die 1970er Jahre und obwohl sie den Status eines Denkmals besaß, wurde sie trotzdem vernichtet.
  • 2011: Auf Initiative eines ursprünglichen Gemeindebewohners und der Historiker auf tschechischer Seite, wurden die Überreste der Kirche teilweise freigelegt und pietätvoll renoviert. Der Besucher kann heute das freigelegte Presbyterium mit der neu gemauerten Altarmensa, die Sakristei, einen Teil des Kirchenschiffes und die Reste des Turms besichtigen.
  • 2012: Nun wurde begonnen, den ehemaligen Pfarrhof auszugraben. Große Teile der Grundmauern sind bereits sichtbar. Weiterhin kann man den Friedhof, der heute noch von Angehörigen der Verstorbenen gepflegt wird, besuchen.
  • Der Böhmische Wald gewann durch diese Ausgrabungen und Freilegungen einen weiteren heiligen Ort und ein touristisch sehr interessantes Ziel.

Unsere Tipps:

  • Ein grenzüberschreitender Wanderweg, mit der Markierung Weiß-Grün-Weiß, verbindet den Waldmünchner Ortsteil Untergrafenried mit der ehemaligen Gemeinde Grafenried (Lucina). Machen Sie eine Wanderung zu den verschwundenen Dörfern und besuchen Sie die Überreste der ehemaligen Ortschaften Grafenried, Anger und Seeg!
    Die Tourist-Information Waldmünchen bietet zu verschiedenen Zeitpunkten auch Expeditionen zu den verschwundenen Dörfern im Böhmerwald an.
  • MTB-Touren: Die Waldmünchner Cerchov-Tour und die Schmugglertour (2 der neuen MTB-Touren zwischen Cerchov und Hohenbogen), führen Sie direkt zum verschwundenen Dorf Grafenried. Den MTB-Guide mit allen Touren können Sie in der Tourist-Information Waldmünchen anfordern.
    Gerne organisieren wir für Sie auch eine geführte Tour!

Hinweis: In Klammern (...) die tschechischen Bezeichnungen

Karte

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