Buchen

Das ARBERLAND - Herzstück des Wolfgangwegs

Pilgern ist "in", denn Pilgern bedeutet, den Weg der Sehnsucht beschreiten.

In der Bewegung erkundet der digitale Wanderer sein Bedürfnis nach planem Erleben, nach Stille, Klarheit und Orientierung. Es ist ein Selbstfindungsprozess im Wechselspiel der Landschaft, schließlich bringt jeder mühevoll erklommene Berg die Natur des Wanderers ein Stückchen mehr zum Vorschein.

Im ARBERLAND Bayerischer Wald führt die innere Spurensuche zum Heiligen Wolfgang. Bekannt als Schutzpatron der Hirten und Handwerker, ist er in diesen Tagen auch spiritueller Begleiter von Sabbaticals. Nicht weiter verwunderlich, darf St. Wolfgang doch als erster Karriereverweigerer der Kirchengeschichte gelten: Im bürgerkriegsgebeutelten Frühmittelalter tauschte er den Regensburger Bischofsstuhl gegen die Waldeinsamkeit des Salzkammerguts. Sein Denken, das sich innovativ und deutlich gegen bloßes Erfolgsstreben und profanen Trott richtete, erscheint Wahlfahrern heute aktueller denn je.

Zwei Routen des Wolfgangwegs leiten den Wanderer, immer den Blechschafen lokaler Künstler entlang, durch das ARBERLAND. Die eine nimmt ihren Anfang in Viechtach. Sie führt über Böbrach, Neukirchen, Kötzting und Cham nach Regensburg. Von dort aus erreichen Pilger über Altötting und Braunau/Inn das Wahlfahrtziel, St. Wolfgang in Österreich. Die Zubringerroute aus dem Osten führt von Prag nach Pribram zum Grenzübergang Bayerisch Eisensteins und von dort über Zwiesel und Bodenmais nach Böbrach, wo sie in den Wolfgangweg gen Süden mündet.
 
Der Sage nach war Regensburgs Bischof nach Böhmen unterwegs, als er unter dem Böbracher Wolfgangsriegel Zuflucht vor einem Gewitter suchen musste. Ihm zu Ehren errichteten die Einwohner an dieser Stelle eine hölzerne Kapelle. 1776 wich das Kirchlein einem steinernen Bau, dessen Pendant auf dem Falkenstein am österreichischen Wolfgangsee steht. Der kraftintensive Anstieg zur St. Wolfgang-Kapelle entlohnt durch einen herrlichen Hochwaldausblick über das Zellertal. Er bedeutet dem müden Wanderer: "Halb bist Du da!"