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Die Heilig-Geist-Kugel oder der "Suppenbrunzer"

Jedes Jahr speziell zu Pfingsten rückt im Bayerischen Wald ein althergebrachter Kunstgegenstand wieder in den Fokus: die Heilig-Geist-Kugel oder auch "Suppenbrunzer" genannt. Suppenbrunzer? Ja, richtig gelesen!

Die Heilig-Geist-Kugel wird auch Suppenbrunzer genannt
Die Heilig-Geist-Kugel wird auch Suppenbrunzer genannt - © Woidlife

Heilig-Geist-Kugel - echte Volkskunst

Die Heilig-Geist-Kugel - oder auch "Suppenbrunzer" - ist im Bayerischen Wald die Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer holzgeschnitzten Taube, die von einer Glaskugel umgeben wird. Die Taube gilt bereits seit frühchristlicher Zeit als Symbol für den heiligen Geist.

Die Heilig-Geist-Kugel war als Ausdruck tiefer Volksfrömmigkeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl im Bayerischen Wald als auch im Oberpfälzer Wald und im Berchtesgadener Land sehr beliebt und weit verbreitet. Sie galt als Schutz vor dem Teufel und bösen Geistern. Die Heilig-Geist-Kugel oder auch "Suppenbrunzer" ist ein Werk echter Volkskunst. Heute werden die Heilig-Geist-Kugeln wieder in aufwendiger Handarbeit hergestellt.

"Suppenbrunzer"?

Warum Suppenbrunzer? Diesen etwas derben Namen hat der religiöse Kunstgegenstand einem einfachen Umstand zu verdanken: Meistens hing die Heilig-Geist-Kugel über dem Esstisch. Zur Essenszeit stand ein großer Topf - oft mit dampfender Suppe - auf dem Tisch. Durch den aufsteigenden Dampf der heissen Suppe beschlug das Glas der Kugel, kondensierte und tropfte langsam wieder zurück in den Topf. Der Spitzname "Suppenbrunzer" ("Suppenpisser") war geboren.