Werkzeuge zur Herstellung von mundgeblasenem Hohlglas

Das hauptsächlichste Werkzeug bei der Handarbeit ist die Glasmacherpfeife - ein eisernes Rohr - das ähnlich wie bei der Herstellung einer Seifenblase mit dem einen Ende in die flüssige Glasmasse eingetaucht und damit soviel Glas aufgenommen wird, als für den betreffenden Glaskörper nötig ist.

Der Model aus Buchenholz wir bearbeitet (Kristallglasmanufaktur Theresienthal)
Der Model aus Buchenholz wir bearbeitet (Kristallglasmanufaktur Theresienthal) - © Copyright: David Ausserhofer/Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung

Die Glasmacherpfeife: wurde kurz vor Christi Geburt erstmals benutzt, ist das wohl wichtigste und älteste Werkzeug der Glasmacher. Ein Stahlrohr von etwa 1,5 m Länge und 11 - 14 mm Durchmesser (mit Mundstück und Verdickung für die Hände des Bläsers).

Das Wulgerholz: besteht aus einem nassen Buchenholzklötzchen in welches eine Hohlung gedrechselt wurde (ähnlich wie ein Schöpflöffel). Mit dem Wulgerholz wird die feuerflüssige Glasmasse auf der Pfeife gleichmäßig verteilt und zentriert.

Die Schere (Batzlschar): hat eine etwas andere Form wie eine Haushaltsschere und dient zum Beschneiden von überflüssigen Glasmengen.

Die Auftreibschere: ist eine pinzettartige Zange mit langen Greifspitzen. Sie dient zum Auftreiben und Ausweiten von Öffnungen (die Greifspitzen werden in das Blasloch eingeführt und die Glasmasse damit nach aussen gedrückt, aufgetrieben).

Die Bodenschere: mit diesem Spezialwerkzeug wird die Bodenplatte geformt.

Das Zwackeisen: ist eine pinzettartige Zange mit kurzen Greifspitzen (kommt von zwicken, zwacken, fassen). Damit wird das Glas vorgeformt oder auch verziert.

Der Model: ist ein nasses Stück Buchenholz, in welches die Form des zu erstellenden Werkstückes hohlgedrechselt wurde. Die endgültig benötigte Glasmasse wird in diese Form unter ständigem Drehen der Pfeife 'eingeblasen'.

Das Optische: ist ein Hilfsmittel mit an zwei Eisenreifen befestigten, senkrecht stehenden Rippen. Wird das Glas vor dem Einblasen in das Gerippe getaucht, hinterlassen die Rippen Spuren im weichen Glas. Beim Einblasen entstehen dadurch schöne Strukturen und Muster.

Das Hefteisen: eine Stahlstange zur Glasentnahme aus der Schmelze um z. B. an die Kuppa einen Siel ansetzen zu können. Beim Umheften des Werkstückes wird ein kleiner Glasbatzen (Nabel) mit dem Eisen vorbereitet und das Werkstück auf das Hefteisen übernommen. Die Blaspfeife wird nach dem anheften vom Werkstück getrennt.