Die Veredelung des Glases

Durch Schliff, Gravur und Malerei wird Rohglas erst zu einem edlen Kunstobjekt.

Der Glasschliff

Diese Art der Glasdekoration gibt dem jeweiligen Glas durch Lichtbrecher Brillanz und Feuer. Es ist die typische Art, Bleikristallgläser zu veredeln.

Arbeitsschritte:

  • Dekor-Einteilung: Der Schleifarbeit geht das Anzeichnen (Einteilen) voraus.
  • Vorreißen: Mit Diamantschleifscheiben werden die Hauptlinien grob eingeschliffen (rauhmatt).
  • Feinschleifen: Um eine polierfähige Oberfläche zu erreichen.
  • Polieren: Man unterscheidet zwischen mechanischer (Handpolitur) und chemischer (Säurepolitur). Damit bekommt das fein-matte Schliffmuster den hellen, durchsichtigen Glascharakter zurück.

Schliffarten: Keilschliff, Oval- oder Kugelschliff, Flachschliff.

Die Glasgravur

auch als Glasschnitt bezeichnet, ist mit dem Glasschliff nahe verwandt. Sie ermöglicht eine freie und bildhafte Gestaltung.

Gravur-Arten:

  • Kupfergravur: Kupferscheiben verschiedener Größe (bis ca. 12 mm Ø) und Stärke (1-10 mm). Um eine Schleifwirkung zu erzielen, muß auf das Kupferrad Schmirgel in Verbindung mit einem Öl-Petroleumgemisch aufgestrichen werden.
  • Naßgravur: Steingravur, Diamantgravur, Gravur mit biegsamer Welle.

Gravurtechniken:
Rutschtechnik, Liniengravur, Tiefgravur, Hochschnitt, Sandstrahltechnik.

Die Glasmalerei

  • Schmelzfarben: Deck-Emailfarben, Transparent-Emailfarben, Edelmetallpräparate.
  • Glanzgold: Beinhaltet maximal 12% Gold, keine große Haltbarkeit.
  • Flüssiges Poliergold: Wird für wertvolle Dekorationen (Goldätzkante) verwendet, gute Haltbarkeit.
  • Echtes Poliergold: Ist das wertvollste Präparat (enthält ca. 75% echtes Gold).

Die wichtigsten Maltechniken:
Handmalerei, Reifel- oder Rändertechnik, Linienmalerei mit der Ziehfeder, Spritztechnik, Stempeldruck, Siebdruck, keramischer Glasdruckdekor.

Quelle: Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH