Naturdenkmal "Hoher Stein"
Die Gesteinsformen des einzigartigen und bizarren Felsmassivs Am Hohen Stein bieten herrliche Ausblicke nach Süden ins weite Donautal und bei guter Sicht bis hinüber zu den Alpen. Im Norden eröffnet sich der Blick über die Wogen des Bayerischen Waldes und die weiteren Burgen des Dreiburgenlandes.
Im Volksmund wird das Felsendenkmal als "Arche Noah" bezeichnet, da die Gesteinsformen an den Bug eines Schiffes erinnern.
Das Naturdenkmal „Hoher Stein“ direkt neben unserem schönen Schloss Fürstenstein ist aufgelistet im Geotopkataster des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Nr. 275R001). Die Gipfelklippen aus Granit zeigen eine ausgeprägte Verwitterung des Typs „Felsburg – Wollsackbildung“ mit Blockströmen in den Ausläufern. Entstanden sind diese in der letzten Eiszeit.
Die Wollsackverwitterung
Die Wollsackverwitterung ist eine besondere Form der Verwitterung, welche typische Erscheinungsformen hervorbringt. Sie tritt bei massivem Gestein auf, wenn bestimmte Voraussetzungen erfĂĽllt sind. Meist ist diese Verwitterungsform im Granit anzutreffen, vereinzelt findet man sie aber auch bei anderen festen Gesteinen.
Der Vorgang der Wollsackverwittung erfolgt immer unterirdisch und bringt stets abgerundete Formen hervor. Von diesen runden Formen ist auch der Name dieser Verwitterung abgeleitet, da die verwitterten Steine die Menschen einst an gestapelte Wollsäcke erinnerten. In unseren Breiten erfolgte die Wollsackverwitterung vorwiegend in der Zeit des Tertiär mit seinem feucht-warmen Klima vor weit mehr als 3 Millionen Jahren. Der massive Granit bildet meist keine homogene Masse, sondern wird von feinen Spalten und KlĂĽften durchdrungen. Durch diese dringt chemisch aggressives Wasser in das Gestein ein und beginnt dieses zu zersetzen. Wenn die Gesteinsspalten sich ungefähr rechtwinklig schneiden - was oft der Fall ist - werden somit grobe quaderförmige Blöcke vorgegeÂben. An den Ecken und Kanten dieser Blöcke haben Wasser und Säuren größere Angriffsflächen als an den Seiten. Dadurch werden alle spitzen und kantigen Stellen der Gesteinsblöcke im Laufe der Zeit abgerundet, es entstehen ellipsoidförmige Steinbrocken. Durch ein FortspĂĽlen der Bodenkrume und der VerwitterungsrĂĽckstände werden die abgerundeten Steinblöcke im weiteren Verlauf der Geschichte freigelegt und damit der Vorgang der Wollsackverwitterung beendet. Ăśbrig bleiben oft abenteuerlich aussehende Felsformationen, welche auch als FELSENBURGEN bezeichnet werden - wie in der Sage vom HOHEN STEIN
Von der Entstehung der beiden Burgen FĂśRSTENSTEIN UND ENGLBURG berichtet uns eine uralte SAGE :
Auf den beiden nahe gegenĂĽberliegenden Bergen FĂĽrstenstein und Englburg lebten einst vor langen Zeiten zwei Riesen . Beide waren Freunde und beschlossen eines Tages auf ihren Bergen eine Burg zu erbauen . Jeder fĂĽr sich auf seinem Berge. Sie hatten aber nur einen Hammer mit dem sie die harten granitenen Felsen bearbeiten und behauen konnten. So verabredeten die Beiden sich zu gegenseitiger Hilfe. Und das sah so aus: immer nach einer Weile, wenn der eine Riese eine Arbeitspause machte, warf er den Hammer von seiner Baustelle dem anderen Riesen auf dem Nachbarberg zu . Und hurtig gings voran und lustig flog der groĂźe schwere Hammer mit riesenhafter Leichtigkeit von Berg zu Berg, hin und her und her und hin. Und so verwunderte es nicht, daĂź die beiden RieÂsen mit dem Bau ihrer Burgen recht bald fertig waren. Als der FĂĽrstensteiner Riese seine Arbeit beendet hatte, rief er dem Englburger zu, ob er den groĂźen Hammer noch einmal brauche. Aber auch der war mit seiner schweren Arbeit fertig und rief zurĂĽck, daĂź der FĂĽrstensteiner den Hammer wegwerfen könnte. Da warf der FĂĽrstensteiner den Hammer in hohem Bogen weit ĂĽber die Alpen, die an schönen Tagen vom HOHEN STEIN aus zu sehen sind. Und der Riesenhammer fiel mit solcher Wucht und Getöse ins Meer jenseits der Alpen und die beiden Riesen konnten sehen wie hoch das Wasser aufspritzte. Die Burg des FĂĽrsteensteiner Riesen ist heute noch zu sehen und bildet die Granitblöcke des HOHEN STEINES. Vor denen wir hier staunend stehen.
Kontakt
Adresse
Am Hohen Stein
94538 FĂĽrstenstein
Ansprechpartner
Frau Nicole Willmerdinger
Verwaltungsadresse
Ms. Nicole Willmerdinger
Am Hohen Stein
94538 FĂĽrstenstein