Buchen

Naturschutzgebiet Brandmoos

In verträumter Abgelegenheit und Stille und dennoch leicht zu erreichen, liegt im Süden der Wiesenfeldener Weiherplatte das Brandmoos. Seit es zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde, ist es über die Ortsgrenze hinaus bekannt geworden.

Beschreibung

Von der Ortschaft Bogenroith herab,

  • hat man einen schönen Blick auf den zwischen Feldhügeln und Waldrücken gelegenen Talgrund, in dem sich mit einer Ausdehnung von etwa 20 Hektar das Brandmoos ausbreitet.
  • Zwischen die braungrünen Moorflächen schieben sich Gehölz-Inseln und Baum-Kulissen und ein Feldweg führt mitten hindurch. Erst aus der Nähe bemerkt man den trügerischen Grund, das Zwischenreich von Land und Wasser, das unter der dichten Pflanzendecke aus Binsen, Sauergräsern und Fieberklee, einem zierlichen Enziangewächs, verborgen lauert.

Wo entstehen Moore?

  • Immer dort, wo mehr Feuchtigkeit vorhanden ist als durch Abfluss oder Verdunstung entweichen kann.
  • Häufig sind verladene, von Schilf und Kalmus zugewachsene Teichflächen der Beginn von Mooren, in deren fruchtbaren Schlammboden ein reiches Pflanzenleben gedeiht.
  • Anderswo sind es Quellmoore, die sich in abflusslosen Mulden breit machen. Wenn dazu noch eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit hinzukommt, wie etwa in regenreichen Mittelgebirgen oder in Küstennähe, dann ist es eine einzige Pflanze, welche der Moorbildung einen ganz besonderen Verlauf aufzwingt.
  • Das unscheinbare Torfmoos (Sphagnum squarrosum) besitzt keine Wurzeln, sondern nimmt das notwendige Wasser durch die Blattoberflächen auf. Seine oft meterlangen Einzelstengel vergilben in der Tiefe, oben sind seine Blattsterne grün, rotbräunlich und manchmal elfenbeingelb wie Edelweißblüten. Da es praktisch nur von Luft und Luftfeuchtigkeit lebt, gedeiht es dort, wo es am feuchtesten ist, also in der Mitte des Moores, am üppigsten. Seine dicken Polster wölben sich dort empor, dass sie einen großen, sehr flachen Buckel bilden, eben ein Hochmoor.
  • Hoch- und Niedermoore haben also nichts mit ihrer geographischen Höhenlage zu tun, sondern sind nach ihrer Entstehungs- und Erscheinungs-Form benannt.

Das Brandmoos,

  • ein versumpftes Hochtal, hat von beiden Formen etwas.
  • Seiner Entstehung nach ist es ein Quell- und Niedermoor. Dort finden sich besonders in seinem oberen Teil große Flächen mit Torfmoos, was auf einen nährstoffarmen Untergrund schließen lässt. Vielleicht wäre das Brandmoos, wenn es sich selbst überlassen geblieben wäre, in einigen hundert Jahren auch ein echtes Hochmoor geworden.
  • Aber schon seit langem, durchziehen es einige Abzugsgräben und Gärtnereien bauten da und dort den lockeren Torfmull für ihre Glashäuser ab. Für einen planmäßigen Abbau aber war der Torf offenbar zu jung, ein Glück für das schöne Fleckchen Erde, das uns dadurch in seiner Ursprünglichkeit erhalten blieb.
  • Die extremen Lebensbedingungen der Moorlandschaft, seine Feuchtigkeit und seine Armut an mineralischen Nährstoffen, haben dort eine recht typische Pflanzengesellschaft entstehen lassen. Es sind Spezialisten und Hungerkünstler, die sich besonders auf dem Torfmoosrasen angesiedelt haben.
  • Am auffälligsten stellt sich das Wollgras vor, das im Brandmoos in drei Arten auftritt:
    Das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), das breitblättrige Wollgras (E. latifolium) und das schmalblättrige Wollgras (E. angustifolium).
    Seine weißen Flocken, mit denen im Sommer das Moor wie übersät erscheint, haben schon Hermann Löns zu seinen Liedern angeregt. Ein ganz anderer Dichter, Heinrich Waggerl, besang einmal das Läusekraut, es sei "so verlaust, dass nur ihm selbst nicht vor sich graust". Das Sumpfläusekraut (Pedikularis palustris) und sein kleinerer Vetter, das Waldläusekraut (P. silvatica) sind natürlich in Wirklichkeit recht schmucke, gänzlich ungezieferfreie Vertreter der Rachenblütler, deren hellrote Blütchen noch im Hochsommer zu sehen sind.

Zwei echte Sumpfbewohner

  • haben sich in ihrer notigen Umgebung einen einträglichen Nebenerwerb einfallen lassen, sie haben sich auf Fleischnahrung spezialisiert.
  • Es sind dies das Fettkraut (Pinguicula vulgaris), auch Moosveilchen wegen seiner langgespornten lila Blüten genannt
  • und der zierliche Sonnentau, dessen Blattrosetten wie mit Perlen bestickt auf den Torfmoospolstern wachsen.
  • Beide haben ihre Blätter zu Insektenfallen umgebildet. Das Fettkraut lässt die kleinen Fliegen und Mücklein auf seinen klebrigen Blättern anpappen. Der Sonnentau lockt sie mit den gestielten Drüsenköpfchen, die statt des erwarteten Nektars ätzenden Verdauungssaft enthalten. Setzt sich ein winziges Beutetier auf den Blattteller, so neigen sich die beweglichen Fangarme nach innen, halten die Beute fest und lösen sie "mundgerecht" auf. Ist das Tierchen verdaut, so öffnet sich die Krallenhand wieder und der Wind kann die leere Chitinhülle wegblasen.
  • Ein bisschen unheimlich fast, diese beiden Pflanzenungeheuerchen.

Da sehen wir uns,

  • als freundlichen Ausgleich das feine Spitzengewebe an, das die winzigen Moosbeerstauden (Vaccinium oxycocus) über die Mooskissen breiten.
  • Ihre Blütchen gleichen in Farbe und Gestalt ein wenig den Zyclamen, aber sie gehören zu den Heidekrautgewächsen. Wo es etwas trockener ist, stehen die zinkgrünen Zwergwäldchen der Rauschbeeren (Vaccinium uliginosum). Wer sie nicht kennt, könnte sie mit großen Heidelbeeren verwechseln, aber ihr Fruchtfleisch ist farblos und wer zu viel davon verkostet, bekommt Schwindel und Kopfweh, denn sie sind leicht giftig.

Eine seltene Kostbarkeit

  • birgt das Brandmoos noch in wenigen Exemplaren:
  • den Siebenstern, ein Schlüsselblumengewächs, das mit seinen sieben Blumenblättern ein Relikt aus der Eiszeit darstellt.

Es lohnt sich also, und nicht nur für den Botanikfachmann, einen Spaziergang ins Brandmoos zu unternehmen. Dass die seltenen Pflanzen nur zum Anschauen, aber keineswegs zum Abrupfen da sind, braucht man doch hoffentlich nicht eigens erwähnen.

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