Sommerliche Radltour von Waldkirchen nach Haidmühle
BR-Radlexpertin Kaddi Kestler – bekannt aus dem Podcast Bergfreundinnen – war für „Wir in Bayern“ auf einer Graveltour im Bayerischen Wald unterwegs.
Die Strecke führt auf rund 60 Kilometern durch schattige Wälder, vorbei an Badeseen bis zur Kalten Moldau. Unterwegs erlebt ihr Panoramablicke, abwechslungsreiche Natur, kulinarische Köstlichkeiten uvm.
Graveltour auf dem Adalbert-Stifter-Radweg:
Auf Schotterspuren durchs Grüne Dach
Die Tour startet am Bahnhof der größten Stadt des niederbayerischen Landkreises Freyung-Grafenau, in Waldkirchen. Wenn du magst, kannst du am Wochenende ganz entspannt von Passau aus mit der Ilztalbahn anreisen.
Tourinfos:
- Länge: ca. 60 km,
- Höhenmeter: ca. 700 hm
- Fahrzeit: ca. 5 Stunden
- Wegebeschaffenheit: größtenteils Schotter oder Asphalt, kurze Abschnitte über wurzelige Waldwege
Du verlässt Waldkirchen bergab und tauchst sofort in den kühlen, tiefen Wald ein. Schon nach drei Kilometern überquerst du den Saußbach und kannst bereits hier zu Fuß einen ersten, erfrischenden Abstecher Richtung Saußbachklamm einlegen – für uns Fahrradfahrer ist der schmale Pfad allerdings gesperrt.
Du rollst weiter auf dem „Grüß-Gott-Weg“ entlang des Saußbachs in Richtung Erlauzwieseler Stausee, den du nach knapp sechs Kilometern auf einem schönen Uferweg passierst. Danach folgt eine kurze Strecke auf einem schmalen und etwas wurzeligen Waldweg. Falls du dich auf Asphalt oder Schotter wohler fühlst: Keine Sorge, dieser Abschnitt ist nur wenige 100 Meter lang.
Nach etwa zehn Kilometern wartet auf alle Radler ohne E-Motor die erste, echte konditionelle Herausforderung: der steile Anstieg zum Pfarr- und Wallfahrtsort Wollaberg, den du schon aus der Ferne erblicken kannst. Hier musst du vielleicht mal absteigen und schieben, aber auch dieser Abschnitt ist nur sehr kurz – es gilt lediglich, 50 Höhenmeter zu überwinden. Der Ausblick von dem kleinen, malerischen Wollaberg lohnt sich aber unbedingt!
Für die anschließende Abfahrt solltest du Waldwege sicher meistern können. Aber bereits nach 13 Kilometern hast du die größten Herausforderungen des Tages erfolgreich hinter dich gebracht.
An einem heißen Tag bietet sich dir jetzt ein erfrischender Badestopp am Badesee Jandelsbrunn an. Du kannst über die Haupt- und Dreisesselstraße direkt zum See fahren.
Anschließend folgst du der Straße „Jandelsbrunnermühle“ und biegst rechts auf den Adalbert-Stifter-Radweg ein, der auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft. Hier bleibst du für die nächsten Kilometer, die leicht ansteigen, und auch deinen Rückweg wirst du zum größten Teil auf diesem Radweg zurücklegen.
Benannt wurde der Radweg übrigens nach dem österreichisch-böhmischen Schriftsteller und Naturmaler Adalbert Stifter (1805–1868), der für seine eindrücklichen Schilderungen der unberührten Natur des Bayerischen und Böhmerwaldes bekannt war. Als naturfreundlicher Radler kannst du auf der ehemaligen Bahntrasse genau die Landschaften entdecken, die schon Stifter damals so tief inspiriert haben.
Nach etwa 18 Kilometern unterquerst du die Dreisesselstraße (Staatsstraße 2131) und hast kurz darauf den 1.333 Meter hohen Dreisesselberg im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Tschechien fest im Blick.
Nach rund 25 Kilometern verlässt du die Dreisessel-Radroute und fährst auf einem geschotterten Weg hinein in den Wald. Hier ziehst du eine kleine Schleife bis zum Ursprung der Kalten Moldau. Nach insgesamt 34 Kilometern erreichst du die Kneippanlage Jogl – die perfekte Gelegenheit, um deine Füße herrlich abzukühlen! Genau hier kreuzt du übrigens den berühmten Goldsteig, einen etwa 660 Kilometer langen Fernwanderweg, der in 38 Etappen von Marktredwitz bis nach Passau führt.
Nach der willkommenen Wadl-Erfrischung geht es von deiner kleinen Waldschleife bei Kilometer 37 wieder zurück auf den Adalbert-Stifter-Radweg. Diesem folgst du nun ganz gemütlich zurück bis nach Waldkirchen – immer leicht abfallend, genau so, wie man es sich für einen entspannten Rückweg wünscht.
Zurück in Waldkirchen hast du dir eine Belohnung mehr als verdient! Dafür bietet sich die Brasserie „Schrot und Spelzen“ der Alten Hausbrennerei Penninger an. Probier an einem heißen Tag unbedingt die Essig-Schorlen in verschiedenen Geschmacksrichtungen als ganz besondere Erfrischung.
Nach deiner Einkehr fährst du denselben Weg wieder zurück in Richtung Bahnhof. Dabei kommst du noch an der Eismanufaktur Tiziano vorbei, die mehrfach für ihre Eissorten ausgezeichnet wurde und weit über Waldkirchen hinaus bekannt ist. Von hier aus ist es nur noch ein ganz kurzes Stück zurück zu deinem Ausgangspunkt, dem Bahnhof.